Naumer Architekten wurden mit der Konzeption eines hochwertigen Wohnprojekts auf einem größeren Grundstück in Eppelheim beauftragt. Im Zentrum des Entwurfs steht die Umnutzung einer bestehenden Scheune zu modernem Wohnraum – als Teil eines Gesamtkonzepts für ein zukunftsfähiges Mehrgenerationenwohnen.
In die bestehenden Wohngebäude sollen drei bis fünf Mietwohnungen integriert werden. Ergänzt wird das Ensemble durch einen Neubau in Form eines Einfamilienhauses mit großzügigem Garten. Ziel der Planung ist eine harmonische Verbindung von Alt und Neu – unter Berücksichtigung ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Aspekte.
Mehrere Konzeptvarianten wurden hinsichtlich Ensemblebildung, Erschließung und Nutzung entwickelt. Der straßenseitige Bereich des Grundstücks wird durch das Gebäude mit den Mietwohnungen geprägt. Im mittleren Gebäudeteil entsteht eine barrierefreie Wohnung für die Eltern des Auftraggebers. Zur Gartenseite hin wird die umgenutzte Scheune zum modernen Wohnsitz des Auftraggebers selbst. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Wiederverwendung des vorhandenen Scheunenholzes – sowohl aus gestalterischer als auch aus nachhaltiger Perspektive.
Entwurfskonzept
Die bestehende äußere Kontur des Gebäudes bleibt erhalten, sodass die historische und charakteristische Identität des Bauwerks im Sinne eines nachhaltigen Ansatzes in die Zukunft übertragen wird. In diesem Zusammenhang werden die später hinzugefügten und die ursprüngliche Ganzheit des Gebäudes beeinträchtigenden Anbauten zurückgebaut, um die bestehende Gebäudehülle wieder klar ablesbar zu machen. Dadurch wird die zu erhaltende bestehende äußere Kontur eindeutig definiert und bildet die Grundlage des Entwurfskonzeptes. Die tragenden hölzernen Stützen und Balken der Fassaden sowie die vorhandenen Fassadenverkleidungselemente bleiben in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten.
Insbesondere im Bereich der Fensteröffnungen werden kontrollierte Einschnitte und gezielte Eingriffe in die Holzfassadenverkleidung vorgenommen. Auf diese Weise bleibt der ursprüngliche Charakter des Gebäudes bewahrt, während die neu entstandenen Öffnungen der Fassade einen zeitgemäßen und dynamischen Ausdruck verleihen. Innerhalb der bestehenden äußeren Kontur wird ein neues Innenraumvolumen entwickelt, das sich an den vorhandenen tragenden Strukturen orientiert. Das neue Volumen entsteht im Einklang mit dem bestehenden Tragwerk und schafft dadurch eine ausgewogene architektonische Beziehung zwischen Bestand und neuer Nutzung. Das Innenraumvolumen wird entsprechend der zukünftigen Wohnnutzung funktional gestaltet und so organisiert, dass hochwertige und bedarfsgerechte Wohnflächen für eine Familie entstehen. Im letzten Schritt wird das neu geschaffene Innenraumvolumen sensibel in die bestehende Gebäudehülle integriert. Durch diese Integration entsteht eine architektonisch qualitätsvolle Transformation, die sowohl die historischen Werte des Gebäudes respektiert als auch den heutigen Anforderungen an zeitgemäßes Wohnen gerecht wird. Ziel des Projektes ist es, die bestehende Bausubstanz zu bewahren, den Charakter des Gebäudes zu stärken und gleichzeitig eine nachhaltige und genehmigungsfähige Umnutzung zu Wohnzwecken zu ermöglichen.
Das Projekt zeigt beispielhaft, wie mit sensibler Planung bestehende Bausubstanz neu gedacht und für moderne Wohnformen nutzbar gemacht werden kann.